thak-Blog

Aus der Schockstarre lösen

Aus der Schockstarre lösen

Coca-Cola geht während der Corona-Pandemie in die Offensive: Das Unternehmen hat eigenen Aussagen zufolge seine klassische Anzeigenwerbung und die Spots im Fernsehen gestoppt und spendet das gesparte Geld Non-Profit-Organisationen. Natürlich wird diese Aktion in den Medien kommuniziert und dient somit als Promotion für die Marke. Die Idee kommt gut an, denn der Getränkehersteller unterstützt damit viele gemeinnützige Aktionen. 

Die Kommunikation in Zeiten der Krise ist eine Aufgabe für Unternehmen, die viel Fingerspitzengefühl erfordert und bei der sie sich aus der Schockstarre lösen müssen. Da gegenwärtig viele Menschen mehr Zeit daheim verbringen, steigt der Medienkonsum: Der Fernseher läuft häufiger und länger, die Streamingdienste feiern einen Neukundenanstieg nach dem anderen. Das Internet wird verstärkt als Quelle zur Information und zur Unterhaltung herangezogen. Die Zeitungen genießen ein Vertrauen wie schon seit Langem nicht mehr. Sie werden zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsendern als bevorzugte Informationsquelle für seriöse Nachrichten genutzt. Parallel dazu kehren die sozialen Medien zu ihren Ursprüngen zurück: Menschen tauschen sich mit ihren echten Freunden über ihre persönliche Situation aus und bleiben so weiter in Kontakt miteinander. 

Höherer Medienkonsum – mehr Informationen

Die Verbraucher haben somit eine Erwartungshaltung gegenüber Unternehmen, die in vielen Fällen nicht erfüllt wird. Jeder Zweite wünscht sich laut einer repräsentativen Umfrage des Werbevermarktungsspezialisten Unruly verstärkt Informationen. Unter diesen Voraussetzungen ist die Kommunikation von Unternehmen jetzt besonders wichtig: Sie dient nicht nur während Krisen für eine Erhöhung des Bekanntheitsgrades sowie der Bindung von Kunden und Mitarbeitern. Damit ermöglicht eine wohlüberlegte Strategie für die Öffentlichkeitsarbeit und die Werbung gerade in dieser Zeit, zu zeigen „wir sind noch da und fühlen mit euch“. 

Unternehmen, die ihren Kunden und Mitarbeitern keine reinen Werbebotschaften und scheinheiligen Aktionismus, sondern wirklichen Mehrwert bieten, können mit einem Vertrauensbonus rechnen. Jeder ist in Krisenzeiten für relevante Informationen aus seinem geänderten Lebensumfeld empfänglich. Wobei ein sensibles Gespür für die richtige Balance zwischen Normalität und Pandemie wichtig ist. Firmen in der Region machten es vor: Sie berichten über ihren Beitrag zur Produktion von Beatmungsgeräten oder von Schutzmasken. Sie vermeiden damit eine unangemessene Themenauswahl, die nicht in die Zeit passt und bei den Adressaten auf Unverständnis stoßen würde. Punkte, über die es sich zu reden lohnt, gibt es genug: Kunden interessiert beispielsweise wie die Ladengeschäfte geöffnet haben, was bei einem Besuch zu beachten ist, welchen Service Firmen bieten, die noch nicht öffnen dürfen, oder was Restaurants auf der Lieferkarte stehen haben. 

Mitarbeiter erwarten dagegen Informationen über die geschäftliche Entwicklung, über den Stand der Aufträge, die geplanten Firmen-Events und die Aussichten für die nächsten Monate. Eine Unternehmenskommunikation nach Schema F ist derzeit eher kontraproduktiv. Die Firma muss authentisch und transparent sein und darf nicht den Eindruck erwecken, die Krise sei ein plumpes Mittel zur Kundenansprache.

Allgemeine Information – gezielte Ansprache

Um die Öffentlichkeit über neue Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten, eignen sich die klassischen Medien wie Tageszeitungen und Magazine: Hier können Themen kommuniziert werden, die für viele Menschen interessant sind. Dazu gehören neue Produkte und Dienstleistungen, Investitionen oder sonstige Neuigkeiten. Sobald die Themen aber spezieller und nur noch für Wenige interessant werden, sollte auf den persönlichen Dialog zurückgegriffen werden – der klassische Brief oder das Mailing. Heutzutage kommen noch die sozialen Medien dazu: Dabei ist es wichtig, frühzeitig und kontinuierlich mit Verbrauchern, Kunden und Mitarbeitern eine vertrauensvolle Verbindung aufzubauen, die in schwierigen Zeiten genutzt werden kann.

Geänderte Ansprache – neue Erwartungen

Nach der Rückkehr zur Normalität können Unternehmen nicht einfach wieder an ihre übliche Ansprache der Kunden und Mitarbeiter wie vor der Coronoa-Pandemie anknüpfen: Die geänderten Kommunikationsinhalte während der Krise haben sich etabliert und die Menschen erwarten, dass sie weiterhin über diese Themen informiert werden. Darum müssen die Betriebe für die Zeit danach dafür sorgen, dass der emotionalere und direktere Austausch mit den Kunden und Mitarbeitern weiterhin lebendig bleibt. 

Schreiben Sie einen Kommentar

Diese Website benutzt funktionelle Cookies und externe Skripte, um Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Verstanden! Mehr Informationen